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TITANEN DER RENNBAHN

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Schauspielerin

Das Theater lügt nicht so einfach.


Vor und hinter den Kulissen der Neuen Bühne Senftenberg

"Ich werde es Euch schon zeigen!"

LausitzEcho im Gespräch mit der Schauspielerin Catharina Struwe

Bereits seit 1986 gehört Catharina Struwe zum Ensemble der Neuen Bühne Senftenberg, war in zahlreichen und zum Teil höchst unterschiedlichen Rollen zu sehen - sei an dieser Stelle nur der Mephisto in Goethes Faust I und II genannt, eine ihrer Lieblingsrollen übrigens. Dabei  war die Schauspielerei gar nicht mal ihr Traumberuf.

Eigentlich wollte sie ja Tierärztin werden, verrät sie. Auf dem Wege dahin war sie, als sie den Beruf der Zootechnikerin erlernte und in der Kälberaufzucht arbeitete. "Aber zum Studium hätte ich umziehen müssen, und ich fühlte mich so wohl zu Hause bei meinen Eltern, in einem kleinen Ort in der Nähe von Potsdam. Ich wollte nicht weg und habe überlegt, was mich noch interessieren würde. Da ich schon eine Weile in einer Kabarettgruppe gespielt und dabei viel Spaß hatte, kam ich auf das Schauspiel", erklärt sie.

Zunächst habe sie sich an der Schauspielschule Berlin beworben - "dort sagten sie mir, ich solle es doch beim Puppentheater versuchen. Das war schon deprimierend. Schließlich erhielt ich einen Studienplatz an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg - ein Platz war zufällig frei geworden", erzählt die Schauspielerin. So schwierig wie der Beginn sei ihr das gesamte Studium vorgekommen: Ich fühlte mich immer so ein bisschen wie das fünfte Rad am Wagen, die Dozenten vermittelten mir dieses Gefühl, und ich habe mich manchmal wirklich durch das Studium gequält", sagt Catharina Struwe.

Doch was mich nicht umhaut, macht mich stark, war ihre Devise, und sie sah in der Situation eher einen Ansporn. "Ich werde es Euch schon zeigen, habe ich gedacht und mich immer wieder durchgeboxt. Heute weiß ich, dass ich genau den richtigen Weg gegangen bin", betont sie. Ihr Beruf gebe ihr so viel, sie sei glücklich an diesem Theater, einem sehr engagierten, sozial orientierten Theater.

"Natürlich führen wir traditionelle Stücke auf, wir bieten aber auch
politische Stoffe an, wenngleich wir nicht tagaktuell sein können. So liegt mir derzeit die ,Brücke von Varvarin' sehr am Herzen. Das ist eine szenische Dokumentation, die sich um die Teilnahme der Bundesrepublik am Krieg in Jugoslawien rankt. Damals wurde eine Brücke bombardiert, auf der ein Flüchtlingstreck unterwegs war. Viele Menschen kamen dabei ums Leben. Danach hieß es, die Leute seien mit einer Armee-Einheit verwechselt worden, ein Versehen eben. Das beschäftigt einen schon sehr", sagt sie.

Aber natürlich freue sie sich auch immer auf heitere Rollen. So mache ihr gegenwärtig die Aufführung von "Camping,Camping 3" besonderen Spaß. "Es ist eine Freude, wenn die Zuschauer die Figuren aus den vorangegangenen Camping-Stücken wiedererkennen und wenn ich merke, wie sie mich, die
,Isolde' in dem Stück, einfach mögen. Das macht doch den Reiz des Theaters aus - das unmittelbare Erleben der Reaktionen, der Emotionen, die man hervorruft. Und der Applaus natürlich. Dieses Erleben ist so wunderbar, dass man selbst nach einem Tief die Lebensfreude wiedererlangen kann. Das ist mir bereits selbst so ergangen", gesteht sie.

kultur-report
(LausitzEcho, Juni 2009)